Wer die Arbeit kennt und sich nicht drückt, der ist verrückt

Das ist Syphos bei der Arbeit. Er war dazu bestraft worden, einen Fels hochzustemmen, anschließend fiel der Stein wieder herunter und Sisyphos musste erneut beginnen. So wird von vielen Menschen der Alltag empfunden. Wie Sie aus dieser Mühle herauskommen, lesen Sie im Folgenden.

Der Mythos des Sisyphos 

Wenn man so will, so ist unser Dasein absurd. In der Benennung der Absurdität unseres Lebens ist eine Wertung enthalten. Lassen wir die Wertung beiseite, und schauen wir uns Albert Camus Essay Der Mythos des Sisyphos als ein Theaterspiel an, so wie Samuel Beckets berühmtes Theaterspiel Warten auf Godot.Camus entwickelt im Mythos des Sisyphos seine Philosophie des Absurden. Für Camus befindet sich der Mensch in einer absurden Situation. Das Absurde besteht gemäß seiner Sicht in dem Spannungsverhältnis zwischen der Sinnwidrigkeit der Welt einerseits und der Sehnsucht des Menschen nach einem Sinn bzw. sinnvollem Handeln. Ich gestatte mir, wie es heute nahezu jeder Theaterregisseur tut, Camus` Text etwas umzuformulieren, damit die spielerische Lebensfreude besser dargestellt wird: 

 

Die Strafe wird zur Freude verwandelt

So sehen wir, wie Sisyphos` angespannter Körper sich anstrengt, den gewaltigen Stein anzuheben, ihn hinaufzuwälzen und mit ihm wieder und wieder und wieder einen Hang zu erklimmen, wir sehen das Gesicht, die Wange, die sich an den Stein presst, sehen wie eine Schulter den erdbedeckten Koloss abstützt, wie ein Fuß sich gegen ihn stemmt und der Arm die Bewegung aufnimmt, wir erleben die ganz menschliche Sicherheit zweier erdbeschmutzter Hände. Schließlich ist nach dieser Anstrengung, die sich in einem Raum ohne Himmel und einer Zeit ohne Tiefe misst, das Ziel erreicht. Und nun sieht Sisyphos, wie der Stein innerhalb weniger Augenblicke in die Welt hinabrollt, aus der er ihn wieder hoch auf den Gipfel wälzen darf. Er geht in die Ebene hinunter. Während er hinuntergeht, sammelt er Kräfte. Er lockert sich auf. Er atmet durch, entspannt sich, frei von der Last. Die Last wird zur Lust. Diese Stunde, die gleichsam ein Aufatmen ist und ebenso wiederkehrt wie die vorangegangene Kraftanstrengung, ist eine besonders schöne, bewusste Stimmung. Eine Stimmung des Flow. In diesen Augenblicken, in denen er den Gipfel verlässt und Kraft sammelt, ist er seinem Schicksal der Mühe überlegen. Er ist stärker als sein Fels.

 

Der Abstieg kann Erholung sein

Wenn der Abstieg an manchem Tag von Schmerz durchtränkt ist, so kann er doch auch von Freude begleitet sein. Ich stelle mir Sisyphos vor, wie er zu seinem Stein zurückkehrt und der Schmerz von neuem beginnt. Wenn die Bilder der Erde zu sehr im Gedächtnis haften, wenn das Glück zu dringend mahnt, dann steht im Herzen des Menschen die Trauer auf: das ist der Sieg des Steins, ist der Stein selber. Glück und Absurdität sind Kinder ein und derselben Erde. Sie sind untrennbar. Darin besteht die verborgene Freude des Sysiphos. Sein Schicksal gehört ihm. Sein Fels ist seine Sache. Es gibt kein Licht ohne Schatten, und man muss auch die Nacht kennen. Der absurde Mensch sagt ja, und seine Anstrengung hört nicht mehr auf. Er weiß sich als Herr seiner Tage. In diesem Augenblick, in dem der Mensch sich seinem Leben zuwendet, betrachtet Sisyphos, der zu seinem Stein zurückkehrt, die Reihe unzusammenhängender Handlungen, die sein Schicksal werden, als von ihm geschaffen, vereint unter dem Blick seiner Erinnerung und bald besiegelt durch den Tod. Sisyphos findet, dass alles gut ist. Dieses Universum, das keinen Herrn mehr kennt, selbstbewusst ist und voller Selbstvertrauen, kommt ihm weder unfruchtbar noch wertlos vor. Jedes Gran dieses Steins, jedes mineralische Aufblitzen in diesem in Nacht gehüllten Berg ist eine Welt für sich. Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen. 

So können wir alle glücklich werden, wenn wir den Fels annehmen und uns als ein konstruktives Spiel vorstellen. So kann man sich die bedrückende Steuererklärung als ein Schachspiel vorstellen, oder das Kofferschleppen, das Umgraben des Gartens. Es ist eine Vorstellung, ob ich etwas als Spiel oder als eine Fron ansehe. Die Vorstellungskraft oder die Einbildungskraft macht uns zu Sklaven oder zu freien Menschen. Wollen Sie mehr darüber wissen, so empfehle ich mein Buch: 

Glücklich ohne Arbeit. Durch Einbildungskraft zum Erfolg. 

(C) Dr. med. R. Mathias Dunkel, 2013.

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Kommentare: 1
  • #1

    K.Haffner (Freitag, 09 Januar 2015 17:40)

    Das Buch muß ich lesen.