So

21

Feb

2016

Doping und Korruption

Olympische Spiele, Wettkämpfe, Doping und Korruption

Alle Säugetiere, und so auch der Mensch, spielen. Jedem Kind sind Neugier und Lust zum Spiel angeboren. Das Spiel gilt entwicklungspsychologisch als Hauptantriebskraft der frühkindlichen Selbstfindung und späteren Sozialisation des Menschen. Der Mensch reflektiert, erforscht und erkennt die Welt zuerst im Spiel. Das Spielen erzeugt eine gute Stimmung. Das Zentrum unseres Belohnungszentrums ist der Nukleus accumbens. Dieser Nervenknoten verbindet lebenswichtige Vorgänge wie Essen, Trinken und Sex etc. mit einem Lustgefühl, indem er den Neurotransmitter Dopamin ausschüttet und gemeinsam mit  Adrenalin und Serotonin eine wohlige Gefühlskaskade im Belohnungszentrum des Gehirns und im gesamten Organismus auslöst. Der niederländische Kulturhistoriker Johan Huizinga untersuchte in seinem Werk ‚Homo ludens’ die Rolle des Spiels in allen Bereichen der Kultur, besonders in Recht, Wissenschaften, Kunst und Philosophie. Das Spiel wird von ihm als zentraler, selbständiger Kulturfaktor beschrieben und als Ursprungsort aller großen kulturellen Bildungen angesehen. In ihren Spielen bringt die Gemeinschaft ihre Deutung des Lebens und der Welt zum Ausdruck. Roger Callois, ein französischer ‚Ludologe’ hat sechs fundamentale Regeln eines Spiels definiert: Es gibt eine freiwillige Zusammenkunft der Spieler. Spielen ist unproduktiv und ein räumlich und zeitlich begrenztes Ereignis. Organisierte Spiele haben einen durch ein Regelwerk festgelegten Ablauf. Man lebt während des Spiels in einer fiktiven Wirklichkeit. Das Spiel hat einen offenen Ablauf und ein ungewisses Ende. Es werden ‚Agon’ (Wettkampf), ‚Alea’ (Zufall), ‚Mimikry’ (Maske) und ‚Ilinx’ (Rausch) unterschieden. In kultischen und religiösen Ereignissen gibt es einen heiligen Ernst. So zum Beispiel beim Abendmahl. Während der Wandlung spricht der Priester: „hoc est corpus meum“  - „dies ist mein Leib“. Daraus entstand die Verballhornung ‚Hokuspokus’. Das Abendmahl ist aus dem Schlachtopfer entstanden, denn der Altar war ursprünglich eine Schlachtbank. In der griechischen Mythologie erfanden die Götter das Spiel. Hermes, der Götterbote, Gott der Diebe und der Kaufleute, der Seelenwäger und Seelenführer ins Reich der Toten, soll den Würfel zum Zweck des Spielens entwickelt haben. 

 

Die Olympischen Spiele

Der Ursprung der Olympischen Spiele der Antike liegt vermutlich im 2. Jahrtausend v. Chr. Die Spiele waren keine Sportveranstaltung, sondern ein religiöses Fest zu Ehren des Göttervaters Zeus und des göttlichen Helden Pelops. Die Wettkampfrichter prüften die Teilnahmeberechtigung der Athleten und überwachten die Einhaltung der Hygiene, das Training und die Beachtung der Wettkampfregeln. Zu Beginn der Spiele wurden sie und die Athleten vereidigt. Bei Regelverstößen hatten sie das Recht, körperliche Züchtigung anzuordnen, die durch die „Peitschenträger“ vollzogen wurde. Bei Verstößen wurde der Teilnehmer sofort von den weiteren Wettkämpfen ausgeschlossen und in Unehren in seine Heimatstadt geschickt. Auf Kosten des Regelverletzers wurden sogar Zeusstatuen angefertigt und am Zugang zum Stadion aufgestellt, an deren Postament der Name und der Herkunftsort des Bestraften verewigt wurden. Gegebenenfalls wurde noch eine öffentliche Auspeitschung durch Sklaven vorgenommen. Trotzdem behielt ein bestrafter Athlet aber den Titel und seinen Siegerkranz. Die Sieger sah man als „von den Göttern begünstigt“ an und verewigte sie mit Gedichten und Statuen. Jede Niederlage, sogar schon ein zweiter oder dritter Platz, galt als untilgbare Schmach. Die Verlierer kehrten auf Schleichwegen in ihre Heimat zurück, um dem von ihnen erwarteten Spott zu entgehen. Die Einführung der Olympischen Spiele der Neuzeit wurde 1894 als Wiederbegründung der antiken Festspiele auf Anregung von Pierre de Coubertin beschlossen. Sie sollten dem sportlichen Vergleich und der Völkerverständigung dienen. Aber die Spiele haben trotzdem ihren todernsten Charakter behalten. Es handelt sich um einen Agon, einen Wettkampf, der sehr ehrgeizig ausgetragen wird. Die Spieler geizen nach Ehre. Geiz galt ehemals als Todsünde. Trotzdem wollen viele um jeden Preis siegen. Dafür werden auch Intrigen eingesetzt. Intrigen sind Handlungsstrategien, wodurch versucht wird, anderen Menschen Schaden zuzufügen. Mittels der Intrige wird versucht, eine persönlichen emotionalen Befriedigung oder gruppeneigene Vorteile durchzusetzen. Eine der berühmtesten Intrigen der abendländischen Weltgeschichte fand im Kampf um Troja statt: Die Griechen schenkten den Trojanern das berühmte hölzerne Pferd. Der englische Begriff für Geschenk ist ‚gift‘. Geschenke sind mit Vorsicht zu genießen, denn sie können sehr giftig sein. Denken wir an den Begriff der Mitgift. Damit kommen wir zum Doping:

 

Doping

Dieser Begriff kommt aus dem Englischen und ist das Gerundium des Verbs to dope: Drogen verabreichen. Ursprünglich entstand das Doping beim britischen Pferderennen. Man gab den Pferden des gegnerischen Rennstalles heimlich Alkohol, wodurch diese dann geschwächt waren. Heute versteht man unter Doping die Einnahme unerlaubter Substanzen oder die Nutzung unerlaubter Methoden zur Steigerung bzw. zum Erhalt der Leistung, was zu einer ungleichen Chancenverteilung im sportlichen Wettbewerb führt. Doping wird auch im Berufsleben im Zusammenhang mit Aufputschmitteln sowie erwünschten oder vermeintlich benötigten Steigerungen von z. B. Aufmerksamkeit, Ausdauer, Leistung und Stressresistenz verwendet. Laut dem Gesundheitsreport 2015 der Deutschen Angestellten-Krankenkasse verwenden schätzungsweise bis zu fünf Millionen Beschäftigte zeitweise rezeptpflichtige Medikamente, um „besser“ mit dem Leben zurechtzukommen. Darüber hinaus verwenden viele Menschen Tabak, Alkohol, Haschisch, Kokain, Viagra etc. Letztlich soll damit das eingangs erwähnte Belohnungszentrum getriggert werden. Als allumfassendstes Dopingmittel kann das Geld angesehen werden:

Geld, primär ein Tauschmittel zwischen Menschen und Göttern 

Es ist üblich, Werte durch Geld darzustellen. Geld ist eine Fiktion, eine Fantasie, ein Symbol, woran die menschliche Gemeinschaft glaubt. Geld gehörte in allen Kulturen zum heiligen Raum. In der Antike wurde in allen Hochkulturen eine Tempelwirtschaft betrieben. Die Tempel waren antike Bankhäuser, die Kredite bis zu 50% gaben. Die Übersetzung des althochdeutschen gelt bedeutet sinngemäß ein Opfer an die Götter. Das angelsächsische gild − heute guild − bedeutet ursprünglich Opfergemeinschaft. Man opfert der Gottheit, dafür gibt die Gottheit Erfolg. Es gab vieles, was als Geld angesehen wurde, so beispielsweise das lebenswichtige Salz, woraus der römische Name Sold entstand. Wir bewegen uns, wenn wir unsere alltäglichen Geldgeschäfte tätigen, in einer virtuellen Welt. Psychiatrisch formuliert kann Geld als eine Art legitimierter Beziehungswahn angesehen werden, denn man muss an den Geldschein oder die Kreditkarte glauben. Der Begriff Kredit ist aus dem Italienischen credito entlehnt, was „Leihwürdigkeit“ und Vertrauen schenken bedeutete. Sobald die Menschen den Glauben an das Geld verlieren, also dem Staat nicht mehr vertrauen und ihn nicht mehr als kreditwürdig ansehen, entsteht eine Inflation. Flare, aus dem Lateinischen kommend, bedeutet blasen: Es löst sich alles in Luft auf.

 

Eine spezielle Form des Dopings ist die Korruption

Bevor direkt auf die Korruption eingegangen wird, noch einer kleiner Exkurs in die Soziobiologie: Mit dem Handicap-Prinzip wird beschrieben, dass ein Nachteil auch Stärke demonstrieren kann. Wer trotz  Handicap den Wettbewerb mit seinen Artgenossen und Konkurrenten erfolgreich übersteht, wird nach dieser Theorie von seiner Umwelt als besonders lebenstüchtig, potent und dadurch als attraktiv wahrgenommen. Sprichwörtlich ist die eindrucksvolle dunkle Mähne männlicher afrikanischer Löwen. Sie ist der visuelle Ausdruck eines hohen Testosteron-Spiegels und guter Ernährung, was für das Individuum gleichzeitig bedeutet, dass es in der sengenden Sonne der afrikanischen Savanne einem deutlich erhöhten Hitzestress ausgesetzt ist. Feldversuche mit ausgestopften männlichen Löwen zeigten, dass Weibchen sehr positiv auf männliche Tiere mit ausgeprägter Mähne reagieren. Die Löwinnen „denken“, dass die Gene so eines potent erscheinenden Löwen besonders gut sind. Männliche Konkurrenten dagegen gehen solchen Individuen eher aus dem Weg. Es sei an Richard Dawkins „egoistisches Gen“ erinnert. Potentielle Angreifer und die am Sex interessierten Löwinnen lassen sich von der demonstrierten Macht bestechen, respektive korrumpieren. Der Begriff „Korruption“ leitet sich von lateinisch corruptus ‚bestochen‘ ab. Er bezeichnet Bestechlichkeit, Bestechung, Vorteilsnahme und Vorteilsgewährung. Sie wird als destruktiver Akt der Verletzung des allgemeinen Interesses zu Gunsten eines speziellen Vorteils definiert. In den feudalen europäischen Flächenstaaten des 18. Jahrhunderts wurde Korruption systematisch praktiziert. Diplomaten hatten eine Art Anrecht darauf, bestochen zu werden. Je höher der Rang, desto höher die Ausgaben für ehrenwerte Luxusattribute. Heute werden viele Spitzensportler- und Manager mit astronomischen Geldsummen entlohnt, womit sie sich durch Luxusattribute aufwerten können. Ihre Gehälter werden Honorar genannt. In diesem Begriff steckt der Begriff der Ehre. Je höher das Honorar, desto größer die Ehre. Allerdings bringt diese übergroße Honorierung auch Stress. Sie muss versteuert werden. Wie ehrenhaft sind nun etliche Spitzenmanager wie beispielsweise des Fußballs oder mancher Autokonzerne? Sepp Blatter, Uli Hoeneß und wie sie alle heißen. Auch eines „Kaisers“ Thron wackelt schon. Millionenspieler, die nachweislich korrumpiert und - hoffentlich - verspielt haben. 

Dr. med. R. Mathias Dunkel  

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So

31

Jan

2016

Napoleon - ein berühmter Flüchtling

In der Nacht zum 24. Juni 1812 befahl Kaiser Napoleon den Einmarsch seiner Grande Armée (etwa 475.000 Mann) nach Russland. Er erwartete einen schnellen Sieg, sein strategisches Ziel war es, die russischen Hauptstreitkräfte zu einer Schlacht zu stellen und möglichst früh vernichtend zu schlagen, deshalb folgten seine Truppen den russischen Streitkräften in Eilmärschen.

Der Sieg gewohnte Kaiser verfügte über keinen Wetterdienst:

Unmittelbar nach seinem Einmarsch in Russland begannen tagelange Gewitterregen, die das Land in Sumpf und Morast verwandelten. Die Flüsse hatten Hochwasser. Sehr viele Soldaten ertranken bei der Überquerung der Flüsse. Viele seiner Soldaten hungerten, weil die Verpflegung sie nicht erreichte. Das dünn besiedelte Russland konnte die große Masse der Armee nicht ernähren; zudem hatte sich zuvor bereits die russische Armee aus dem Land versorgt. Durch unsauberes Wasser, das man aus Flüssen und Sümpfen schöpfte, erkrankten viele Soldaten an der Ruhr. Tausende Soldaten starben in den ersten Wochen an Krankheiten oder Entkräftung, viele desertierten und etliche Soldaten nahmen sich in ihrer Verzweiflung das Leben. Auch die Verluste an Pferden waren enorm. Bereits in den ersten Tagen starben mehr als 20.000. Napoleon war auf einen Winterkrieg nicht vorbereitet. Es fehlte an warmer Bekleidung, und die Pferde waren für diese Temperaturen falsch beschlagen. Das führte häufig zu Unfällen mit den Fuhrwerken. Bei der Arrière-Garde - der Nachhut -  kam es beim Rückzug nach Wilna zu starken Verlusten durch die Rückzugsgefechte, den Ausfall der Verpflegung und am 6. Dezember 1812 durch die extreme Kälte. Ein großes Problem waren die hygienischen Verhältnisse. Die meisten Soldaten hatten Läuse, von denen Krankheiten wie Fleckfieber, das im 1. Weltkrieg Schützengrabenfieber genannt wurde, übertragen wurde.  Es wird von Mensch zu Mensch, möglicherweise durch Kleider-  und Kopfläuse übertragen. Wie reimte Bertold Brecht so stimmig in seiner Dreigroschenoper:

 

Der Mensch lebt durch den Kopf

der Kopf reicht ihm nicht aus

versuch es nur; von deinem Kopf

lebt höchstens eine Laus.

Denn für dieses Leben

ist der Mensch nicht schlau genug

niemals merkt er eben

allen Lug und Trug.

 

Napoleon, der „große Kopf“, der offensichtlich größenwahnsinnig geworden war, wie nach ihm Hitler - dem „Gröfaz“, Abkürzung für „größter Feldherr aller Zeiten“ - kehrte schließlich mit nur noch ca. 3000 Soldaten nach Frankreich zurück. Der ehemals so große Kopf war mit seiner massiven Eroberungspolitik kopflos geworden. Es wurde die Frage gestellt, warum die „Grande Armée“ rote Hosen trug. Die Antwort: Weil sie durch Blut gewatet war. Desgleichen wurde gefragt, warum Hitlers Armee braune Hosen trug. „Weil sie durch die große Scheiße watete!“

Die heutigen europäischen Politiker erscheinen angesichts der - schon lange prognostizierten - Flüchtlingskrise ebenso kopflos wie einst Napoleon. Es fehlt ihnen an vielen Köpfen: An Verwaltungsbeamten, die die Flüchtlingsströme regulieren müssten. Ganz entscheidend handelt es sich um ein Verwaltungsproblem. Der Mangel, in diesem Fall der Mangel an notwendigen Verwaltungsbeamten, wird für teuer Geld verwaltet! Welche Farben tragen nun die heutigen europäischen Politiker? Gar keine! Denn sie bekennen nicht Farbe! Erstaunlicherweise bekennt Frau Merkel deutlich Farbe. Für mich ist das nicht erstaunlich. Denn sie ist in einem düsteren Teil Deutschlands aufgewachsen. Damals hatten die Menschen dort nur schwarz gesehen und wollten permanent fliehen - jedenfalls der größte Teil. Bis auf eine relativ kleine Oligarchie. Aber auch diese reiste am liebsten ins Ausland, denn: 

 

„Warum soll ich nicht beim Gehen“ –

Sprach er – „in die Ferne sehen?

Schön ist es auch anderswo,

Und hier bin ich sowieso,“ wie Wilhelm Busch in „Plüsch und Plum" so trefflich reimte.

Noch einmal zur Erinnerung: Wir sind alle Flüchtlinge. Denn die Wiege der Menschheit befindet sich nun einmal in Afrika! Im „dunklen Kontinent“, wie Sigmund Freud ihn nannte, so dunkel, wie unser Unbewusstes. Es grüßt Dr. med. R. Mathias Dunkel. Vielleicht hilft der kleine Artikel für etwas Erleuchtung.

 

 

 

 

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Fr

06

Feb

2015

Geld kann aggressiv machen!

Geldwechsler, Bankiers, hast du sogar mit der Peitsche gejagt aus dem Tempel. Unglücklicher Schwärmer, jetzt hängst du am Kreuz als warnendes Exempel! So reimte Heinrich Heine einst in seinem Wintermärchen. Sogar der sonst so sanftmütige Jesus griff zur Peitsche, als er sah, wie sich die Banker vornehmlich um das Geld kümmerten.

Geld ist ein Urphänomen menschlichen Zusammenlebens, so alt wie die Menschheit selbst und ein Bestandteil des Menschen wie die Sprache und die Religion. Geld gehörte in allen Kulturen zum heiligen Raum. Geld war etwas Heiliges. In der Antike wurde in allen Hochkulturen eine Tempelwirtschaft betrieben. Geld gehörte überall zunächst zum sakralen Bereich. Die Übersetzung des althochdeutschen "gelt" bedeutet sinngemäß ein Opfer an die Götter. Das angelsächsische "gild" − heute guild − bedeutet ursprünglich Opfergemeinschaft. Das häufigste Bildmotiv auf frühen Münzen ist das Opfertier, an dessen Stelle die Zahlungsmittel getreten sind. Die Etymologie verweist auf den religiösen Ursprung des Geldes. Man redete früher, wenn man vom Geld sprach, von pekuniären Angelegenheiten, ein Begriff, der nur noch wenig geläufig ist. Pecunia leitet sich von pecus, dem Opfervieh ab, und der Begriff Obolus hängt mit dem griechischen Wort für Opferspieß zusammen. Nach ursprünglich orientalischem Ritus opferten die Griechen Stiere. Aus dem Kreise der Eingeweihten bekam zunächst jeder seine Fleischportion, später dann symbolisch einen Spieß, der das Fleisch repräsentierte. Money, la monnaie (französisch: die Währung), Moneten und Münzen − alle Begriffe leiten sich von einer früheren Gottheit, der Juno Moneta, einer römischen Göttin der Fruchtbarkeit ab. In deren Tempel befand sich die Münzstätte der alten Römer. Es gab vieles, was als Geld angesehen wurde, so beispielsweise die Kaurischnecken, die in Asien und Afrika, aber auch in Europa in großem Umfang als Zahlungsmittel dienten, in Teilen Afrikas offiziell noch bis 1923. Wir bewegen uns, wenn wir unsere alltäglichen Geldgeschäfte tätigen, in einer virtuellen Welt.

 

Geld ist ein Medium, ein Symbol,

allerdings ein Symbol mit dem höchstwahrscheinlich größten, allgemeinverbindlichen Wahrheitsgehalt weltweit, daher Währung, die für alle verbindlich wahr ist. Psychiatrisch formuliert ist Geld eine Art legitimierter Beziehungswahn. Geld ist ein Symbol, an das alle glauben. Sobald alle den Glauben verlieren, wird aus dem, das bis dahin angebetet wurde, nämlich die Gottheit Geld, ein Riesenflatus (flare aus dem Lateinischen kommend, bedeutet blasen), ein Furz, eine Inflation. Der Begriff Kredit gehörte schon im 15. Jahrhundert zum Standardwortschatz. Er ist aus dem Italienischen credito entlehnt, was „Leihwürdigkeit“ bedeutete und aus dem Lateinischen credere entwickelt wurde, was „Vertrauen schenken, Glauben schenken“ bedeutete. Karl Marx beschreibt das Geld als das entäußerte Vermögen der Menschheit. Was man als  Mensch nicht vermag, das kann man sich durch das Geld verschaffen. Mit Geld kann man nach Marx nahezu alles verwandeln. Geld verwandelt unsere Wünsche aus Wesen der Vorstellung, es übersetzt sie aus ihrem gedachten, vorgestellten in ihr sinnliches, wirkliches Dasein, aus der Vorstellung in das Leben. Die wahre Ware ist nach Marx das Geld und damit die Vorstellungs- oder Einbildungskraft! Er meint, dass das  Geld  die Treue in Untreue, die Liebe in Hass, den Hass in Liebe, die Tugend in Laster, das Laster in Tugend, den Knecht in den Herrn, den Herrn in den Knecht, den Blödsinn in Verstand und den Verstand in Blödsinn verwandelt. In vielen Fällen ist das höchstwahrscheinlich so, aber:

 

Geld ist nicht die wahre Wertvorstellung, sondern das Selbstwertgefühl

Und dennoch − man kann eben nicht alles kaufen – hier irrt Marx und wird von Jesus und Freud überholt: Denn nur der Glaube kann Berge versetzen! Eins – und das ist das Allerwichtigste – kann überhaupt nicht gekauft werden, für keine Geldwährung der Menschheit: Selbstvertrauen oder ein gutes Selbstwertgefühl. Auch kann man das Selbstwertgefühl nicht unbedingt durch Anhäufen von umfassendem Wissen oder die Ausübung eines sozial anerkannten Berufs erwerben. Berühmt berüchtigt sind die Massensuizide in New York 1929, als sich viele Menschen von den Hochhäusern stürzten, nachdem sie ihr Geldvermögen verloren hatten. So hatte der Torwart Robert Enke, der höchstwahrscheinlich nicht an Geldmangel litt, sondern aufgrund einer schweren Depression Suizid begangen: Das Selbstwertgefühl lässt sich nicht kaufen. Hier versagt die von Karl Marx gepriesene Kraft des Geldes. Ein gutes Selbstwertgefühl kann für keinerlei Geld erworben werden. Man kann es sich durch die Vorstellungs- oder Einbildungskraft erwerben.

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Di

03

Feb

2015

Man muss im Laufe seines Lebens Haare lassen.

Auf diesem Gemälde Rembrandts - der Blendung Simsons - ist eindeutig dargestellt, dass durch Stress Haarverlust entstehen kann. Haarverlust ist ein psychosomatisches Geschehen. Die meisten Dermatologen bestreiten das!

Haare sind ein wesentlicher natürlicher Schmuck beim Menschen, wodurch die erotische Anziehungskraft eines Menschen für den anderen mit bedingt ist. Gleichzeitig stellen Haare Macht- und Potenzsymbole dar: man erinnere sich an die königliche Mähne des Löwen. Haare sind von alters her ein hervorragender Schmuck. So heißt es im Hohen Lied Salomons: "Siehe, schön bist du, meine Freundin. Siehe, du bist schön! Deine Augen leuchten wie Tauben hinter deinem Schleier hervor. Dein Haar ist wie eine Herde Ziegen, die herabsteigt vom Gebirge Gilead." In der Bibel gibt es eine sehr spannende Geschichte über den Verlust des Haares eines Mannes. Es handelt sich um Samson (der Name bedeutet „von der Sonne“; höchstwahrscheinlich eine Anspielung auf die Sonnenstrahlen). Als einem Auserwählten Gottes durfte sein Haar nie geschnitten werden. In diesem lag das Geheimnis seiner unbezwingbaren Stärke. Die Philister drängten Delila, das Geheimnis der Stärke Samsons herauszufinden. Schließlich erfuhr sie, dass diese in seinem Haar gründete, und sie verriet ihn. Samson wurden seine Haare abgeschoren, und daraufhin wurde er durch die Philister gefangen genommen, geblendet und als Blinder zum Mahlen von Getreide eingesetzt. Als sich einmal 3000 Philister in ihrer großen Halle versammelten, ließen sie Samson holen, um sich an dem hilflosen Gefangenen zu belustigen. Samson, dem unterdessen das Haar wieder nachgewachsen war,  umfasste die zwei Mittelsäulen, auf denen das Haus ruhte, und stemmte sich gegen sie und neigte sich mit aller Kraft. Da fiel das Haus auf die Fürsten und auf alles Volk, das darin war, sodass es mehr Tote waren, die er durch seinen Tod tötete, als die er zu seinen Lebzeiten getötet hatte. 

Auch für Männer ist das Haar ein wichtiges Attribut.

Haare und Haartrachten, wozu auch die Barttracht gehört, sind von jeher Ausdruck sozialpsychologischer Machtverhältnisse. Man muss Haare lassen, wenn man traurige Erfahrungen macht, einen Schaden erleidet oder entmachtet wird. Spätestens im Rokoko gehört es zur Amtstracht der Richter, eine Perücke zu tragen, nachdem viele Männer und Frauen ihre Haare aufgrund der  damals grassierenden Syphilis verloren hatten. In Großbritannien tragen die Richter bis zum heutigen Tag während ihrer Amtsausübung die obligatorische Perücke. Karl Marx ist berühmt wegen seiner "Löwenmähne“ und seinem immensen Bart. Allein schon in den letzten 100 Jahren gab es vielfältige Haartrachten, mit denen Gesinnungen zum Ausdruck gebracht werden sollten. Aus der Kaiserzeit gab es den Kaiser-Wilhelm-Bart, in den 50er Jahren zeigten sich die Existenzialisten mit langen Bärten. Und so haben beispielsweise die Beatles in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts mit ihren langen Haaren Furore gemacht, wobei die gesamte Hippiekultur lange Haare trug. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden den Französinnen, die mit deutschen Soldaten zusammengearbeitet oder mit diesen ein Verhältnis hatten, die Haare abgeschoren. Ende der 50er Jahre reüssierte wiederum die amerikanische Schauspielerin Jean Seberg in dem französischen Kultfilm "Außer Atem" mit kurzen Haaren und der amerikanische Schauspieler Yul Brunner war u. a. berühmt wegen seiner künstlichen Glatze. Heutzutage hat sich die Haartracht demokratisiert: ob Dread-Loks, Glatze, sorgfältiger Scheitel, kurze Haare, lange Haare: alles geht. Waren im 19. Jahrhundert die sprichwörtlichen Zöpfe abgeschnitten worden, wurden sie in den 80er und 90er Jahren des 20. Jahrhunderts wieder salonfähig. Es ist auch Ausdruck psychologischer Neugestaltung u. Krisen, wenn sich zum Beispiel die Pop-Sängerin Britney Spears eine Glatze schneidet. Die berühmte „Bienenkorbfrisur“ von Amy Winehouse war Kult.

Das Haar und der Haarschmuck gibt offensichtlich Selbstvertrauen. Bei Frauen, die unter Depressionen leiden, ist es ein wesentliches Merkmal der beginnenden Gesundung, wenn sie wieder einen Friseur aufsuchen.

 

Etliche Menschen leiden unter Haarausfall, der Alopezie.

Mit diesem Begriff bezeichnet man ganz allgemein eine sichtbare Lichtung des Kopfhaars, d. h. ein Zustand mit abnorm „schütterem“ Haupthaar oder mit haarlosen Hautbezirken, der  Alopecia areata (kreisrunder Haarausfall). Sie  ist die häufigste entzündliche Haarausfallerkrankung (ca. 1,4 Mio. Menschen in Deutschland) und kann in jedem Lebensalter auftreten. Man nimmt an, dass Immunzellen ihre Aktivität gegen die Zellen in den Haarwurzeln des eigenen Körpers richten (Autoimmunreaktion). Die Haare werden somit vom Immunsystem als „fremd“ erkannt und deshalb abgestoßen. Dies geschieht, indem zunächst eine Entzündungsreaktion entsteht, die das Haarwachstum stört und schließlich zum Ausfallen des Haares führt. Bei vielen Menschen wachsen diese kahlen Stellen auch ohne Behandlung wieder zu und sind daher lediglich zeitlich begrenzt. Jedoch kann der Haarausfall auch weiter fortschreiten und zum Verlust aller Kopfhaare (Alopecia totalis) oder auch zum Verlust aller Körperhaare (Alopecia universalis) führen. Sehr gut sind diese Vorgänge in einem modernen Forschungszweig der Medizin, der Psychoneuroimmunologie (PNI) erforscht, welches ein interdisziplinäres Forschungsgebiet darstellt, das sich mit der Wechselwirkung des Nerven-, des Hormon- und des Immunsystems beschäftigt. Das Immunsystem besteht aus mehreren eng miteinander kommunizierenden Subsystemen, deren zentrale Aufgabe der Schutz des Organismus vor eindringenden Fremdstoffen, Bakterien und Viren, so wie vor Entgleisungen des genetischen Apparates ist. Leukozyten, also die weißen Blutkörperchen sind die wichtigsten Zelltypen, welche die eingedrungen Stoffe und Lebewesen vernichten. Es konnte nachgewiesen werden, dass Autoimmunerkrankungen durch Lernen modifizierbar sind. Das klassische naturwissenschaftliche Experiment, welches diese Lernvorgänge beweist, wurde erstmals von dem amerikanischen Physiologen Ader durchgeführt: Er gab Ratten Cyclophosphamid, eine Substanz, die Immunzellen unterdrückt. Außerdem gab er diesen Ratten gleichzeitig Saccharin. Die Ratten reagierten immunologisch wie erwartet: die Immunzellen waren in ihrer Anzahl deutlich vermindert. Nachdem sich die Ratten von diesem Versuch erholt hatten, wiederholte der Forscher diesen Versuch mehrfach. Immer wieder reagierten die Ratten gleichartig. Schlussendlich gab er im letzten Versuch den so trainierten Tieren nur noch Saccharin. Und siehe da, die Ratten reagierten so, als hätten sie Cyclophosphamid bekommen. Das Bahnbrechende an diesem Versuch war, dass hiermit eindeutig gezeigt werden konnte, dass biologische Zellen des tierischen Körpers trainierbar sind.

 

Alle Körperzellen sind trainierbar

Seit diesem Experiment sind mehr als hundert Untersuchungen erschienen, welche die Konditionierbarkeit einer Vielzahl ganz unterschiedlicher Immunreaktionen zeigen konnten. Man hat unterdessen diese Versuchsanordnung bei Menschen mehrfach wiederholt. So hat eine Arbeitsgruppe Menschen Noradrenalin injiziert, also eine Substanz, die die Immunzellen stimuliert, und gab den Probanden gleichzeitig Brausebonbons. Nach mehrfacher Wiederholung dieser Versuchsanordnung gab man den Probanden nur noch Brausebonbons. Auch hierbei wurde dann deutlich, dass nach der Gabe der Brausebonbons die Immunzellen deutlich angestiegen waren. Gestützt auf diese Befunde wurde nun seit den 80er Jahren untersucht, inwieweit psychosoziale negative Einflüsse sich negativ auf das Immunsystem auswirken. Hierbei konnte man recht eindeutig ermitteln, dass negativer Stress - also Dysstress -bei vielen Menschen das Immunsystem deutlich verschlechtert. Als Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie habe ich schon mehrere Patienten erfolgreich wegen einer Alopezie behandeln können. Sehr dramatisch war der Verlauf einer damals etwa fünfzigjährigen Patientin, die in zweiter Ehe unglücklich verheiratet war. Obwohl sie sich durch ihren Ehemann sehr stark beeinträchtigt gefühlt hatte, wollte sie sich aus verschiedenen Motiven nicht scheiden lassen. Sie entwickelte eine so starke Alopezie, dass sie eine Perücke benötigte. Nachdem es ihr Mithilfe der Psychotherapie dann doch schließlich gelang, sich von ihrem Ehemann zu trennen, wuchsen ihr die Haare wieder nach. Bei vielen Patienten, die unter einer Trauerreaktion leiden, kann oftmals ein Haarausfall beobachtet werden. Mithilfe der  Psychotherapie kann sich der Haarausfall wieder zurückbilden.

 

Prävention gegen Disstress:

Folgendes kann man alltäglich wahrnehmen, um gar nicht erst unter einem Stresssyndrom zu leiden, und somit auch gegen eine Alopezie gewappnet zu sein: Alltäglich moderater Sport und Meditation (z.B. Yoga). Bewegung, ausreichender Schlaf, so wie eine ausgewogene Ernährung sind Grundpfeiler zur Erhaltung der Gesundheit, was schon seit der Antike bekannt ist. Die medizinische Forschung der letzten Jahr­zehnte hat eindrücklich belegt, dass regelmäßiges Ausdauertraining der Entstehung vieler Erkrankun­gen entgegenwirkt und sowohl die Lebenserwartung als auch die Lebensqualität und vor allem die Lebensfreude erhöht. Bewegungsthe­rapeutische Ansätze wurden daher in den letzten Jahren besonders in Rehabilitationskliniken und in psychosomatischen Abteilungen immer mehr ge­nutzt. In einer Vielzahl von Studien an Gesunden sind positive Einflüsse von Ausdauertraining auf Depres­sivität, Stimmung, Ängstlichkeit, Selbstbewusst­sein sowie Stressbewältigungsvermögen wissen­schaftlich nachgewiesen worden. In etlichen Studien konnte außerdem gezeigt werden, dass es bei Menschen mit geringer körper­licher Aktivität im Vergleich zu sportlich aktiven Personen innerhalb von acht Jahren zu einer dop­pelt so hohen Depressionsrate kam. Mit anderen Worten: Inaktivität erhöht das Risiko, an einer depressiven Störung zu erkranken. Sich zu entspannen wird im Yoga als aktive Tätigkeit begriffen, die zu einem Zustand körperlichen und geistigen Wohlbefindens führt. Dieser Zustand gleicht weder aufgeregter Anspannung noch dumpfer Schlaffheit. Wer dies durch das Üben erreicht, übt im Sinne von Yoga. Letztendlich übt sich alles lebenslänglich! Nur in einem solchen Zustand der Körper-Geist-Einheit kann sich der innere Wesenskern offenbaren, was sich letztendlich auch in einem schönen Haar widerspiegelt.

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So

01

Feb

2015

Werden Sie glücklich - ohne Arbeit!

Ja, renn nur nach dem Glück 

doch renne nicht zu sehr 

denn alle rennen nach dem Glück 

das Glück rennt hinterher.

So reimt Bertolt Brecht in seiner Dreigroschenoper. Ohne zu rennen und zu jagen glücklich zu werden, das ist Kunst:

Glück ist der größte gemeinsame Nenner der Menschheit. Glück war im Mittelalter der günstige Ausgang eines Ereignisses. Voraussetzung für den „Beglückten“ waren weder ein bestimmtes Talent noch auch nur eigenes Zutun. Dagegen behauptet der Volksmund eine mindestens anteilige Verantwortung des Einzelnen für die Erlangung von Lebensglück in dem Ausspruch: „Jeder ist seines Glückes Schmied“. Die Fähigkeit zum Glücklichsein hängt in diesem Sinne außer von äußeren Umständen auch von individuellen Einstellungen und von der Selbstbejahung in einer gegebenen Situation ab. Auf das Thema Glück stößt man überall auf das Thema – sei es in der Werbung, die mit Milch glücklicher Kühe lockt, im Kino, in der Literatur, mit der Hoffnung auf einen Lottogewinn oder mit der großen Liebe. Die Fähigkeit zum Glücklichsein hängt außer von äußeren Umständen auch von individuellen Einstellungen und von der Selbstbejahung in einer gegebenen Situation ab. Forschungsergebnisse der Neurowissenschaften haben wichtige Einsichten in die biologischen Grundlagen von Glücksgefühlen erbracht. Bedeutenden Einfluss auf Glücksempfindungen haben nachweislich Endorphine, Oxytocin sowie die Neurotransmitter Domamin und Serotonin. Das Gehirn setzt diese Botenstoffe bei unterschiedlichen Aktivitäten frei, zum Beispiel bei der Nahrungsaufnahme, beim Geschlechtsverkehr oder beim Sport. Von der pharmazeutischen Industrie zu medizinischen Zwecken hergestellt, werden solche Substanzen als Medikamente etwa bei Depressionen  verwendet. Auch viele Drogen bewirken die Ausschüttung solcher Substanzen im Gehirn in unnatürlich hohen Dosen; aufgrund des Konsums kommt es während der Wirkungszeit zu einer ‚Überschwemmung‘ mit diesen endogenen Botenstoffen, was im Konsumenten ein intensives Glücksgefühl hervorrufen kann. In unserer Zeit ist alles der Arbeit untergeordnet:

 

Der  amerikanische Traum: Lebensglück durch Arbeit 

Bis heute wirkmächtig ist die naturrechtliche Begründung in der Präambel der amerikanischen Verfassung, die im 18. Jahrhundert im Geiste der Aufklärung von sehr vielen Puritanern mit dem vollen Bewusstsein der existierenden Sklavenhaltung in Nordamerika unterschrieben wurde,  die auf eine kurze Einleitung folgt: „Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, dass alle Menschen gleich erschaffen wurden, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt wurden, worunter Leben, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit sind. Dass zur Versicherung dieser Rechte Regierungen unter den Menschen eingeführt worden sind, welche ihre gerechte Gewalt von der Einwilligung der Regierten herleiten; dass sobald eine Regierungsform diesen Endzwecken verderblich wird, es das Recht des Volkes ist, sie zu verändern oder abzuschaffen, und eine neue Regierung einzusetzen, die auf solche Grundsätze gegründet, und deren Macht und Gewalt solchergestalt gebildet wird, als ihnen zur Erhaltung ihrer Sicherheit und Glückseligkeit am schicklichsten zu sein dünkt.“ Ein berühmter Nachfahre einer Sklavenfamilie unserer Zeit, ist der so genannte „Größte“: Muhammad Ali alias Cassius Clay. Der Nachname Clay war der Name des Sklavenbesitzers seiner Vorfahren. Das Sklaventum wurde offiziell in den USA erst 1865 abgeschafft.

 

Arbeit ist Mühe und Qual, das Spiel befreit!

Meiner Ansicht nach ist noch niemand durch Arbeit glücklich geworden. Denn Arbeit ist Mühsal. Nur Sklaven arbeiteten. Der freie Mensch spielt. Den Zustand des Rausches, der dem Spiel zugeordnet werden kann, kann man nicht durch Arbeit erreichen, denn Arbeit ist Fremdbestimmung, das Spiel ist eigenmotiviert und erzeugt ein Freiheitsgefühl. Wir leben in und mit Illusionen. Im Begriff Illusionen versteckt sich das lateinische Verb ludere. Es bedeutet spielen. Das deutsche Wort spielen leitet sich vom althochdeutschen spil für „Tanzbewegung“ ab. Das Spiel ist eine Tätigkeit, die ohne bewussten Zweck zum Vergnügen, zur Entspannung, allein aus Freude an ihrer Ausübung ausgeführt wird. Wenn man das Gedankenspiel betrachtet, so ist keine äußerliche Tat zu erkennen, nichtsdestotrotz ist der denkende Mensch täglich in der äußerlichen Untätigkeit gedanklich tätig. Ein Großteil der kognitiven Entwicklung und der Entwicklung von psychomotorischen Fähigkeiten findet durch Spielen statt, sowohl beim Menschen wie auch bei zahlreichen Tierarten. Es ist etwas wunderbares, den Liebestanz der Schwäne zu beobachten, wie sie – ritualisiert - gemeinsam im Wasser miteinander tanzen. Eine Primaballerina schwebt. Sie übt täglich, so wie Eichhörnchen in täglicher Lebensübung über die Äste der Bäume schweben. Leben ist Energieumsatz. So wird Kraft entwickelt. Viele erschöpfte Patienten fragen immer wieder, wie sie denn endlich wieder zu Kräften kommen. Stereotyp antworte ich, meist mit Freude: „Durch Übung“. Begriffe wie Askese und Exerzitien leiten sich von Übung ab. Wenn man aus der Übung gekommen ist, darf man wieder erneut  beginnen. Immer wieder erzähle ich meinen Patienten  meinen Standardwitz und kann jedes Mal am meisten darüber lachen: Ein Mann mit einem Geigenkasten steigt in ein Berliner Taxi und fragt den Taxifahrer: „Wie komme ich am schnellsten in die Philharmonie?“ „Üben, junger Mann, immer üben!“ antwortet der Taxifahrer lakonisch. Im Gegenteil zum Spiel steht der Ernst – todernst sagt man. Hunde jagen sich im Spiel hinterher; hier ist es die reine Freude, es wird nicht tödlich - im Gegensatz zur Jagd, wenn ein Beutetier erlegt wird. Man hat sich daran gewöhnt, Tätigkeiten eines Menschen oder eines Tieres als ernst zu bezeichnen, wenn sie zweckgebunden sind. In der Zweckgebundenheit dienen die Tätigkeiten unmittelbar der Existenzsicherung, Notdurft, Suchtbefriedigung, Schadensabwendung oder Schmerzvermeidung. Nichtsdestotrotz kann die Tätigkeit der Tiere, aber auch vieler Menschen, freudevoll ausgeführt werden. Es ist nicht mühselig, sondern spielerisch: man beobachte viele Tiere bei der Nahrungssuche, so z.B. Eichhörnchen, Katzen oder Vögel. Es sieht nicht mühselig aus, sondern es hat einen geschmeidigen, spielerischen Charakter. Ein geübter Jongleur, Zauberkünstler, Pianist, eine Sängerin – alle beherrschen ihr Metier mühelos. Arbeiten Sie zuviel? Geht es Ihnen dadurch immer schlechter? 

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